Sonntag, 17. Dezember 2017

Das letzte Spiel des Jahres: Grün-Weiss vs. Welle


Achtelfinale Oddset Pokal: 1. Frauen GW Eimsbüttel – 1. Frauen TSC Wellingsbüttel 0:4 (0:1)


Da ja nun die Frauen des FCSP dieses Jahr nicht mehr spielen und ihr Achtelfinale vertagt ist und hoffentlich nicht verjährt, ist das für mich mal wieder Gelegenheit für ein Wellespiel. Überflieger in der Oberliga. Dort ungeschlagen mit komfortablem Vorsprung erste. Im Pokal Achtelfinale geht es zum feinen Kunstrasengeläuf Tiefenstaaken in der Julius- Vosseler Straße, wo Wellingsbüttel auf die Heimmannschaft aus der Landesliga trifft: Grün-Weiss Eimsbüttel. In ihrer Liga in einem Mittelrang (derzeit fünfte) ganz gut sortiert.




Ich reise an per Neutralkutte, aber mit St. Pauli Handschuhen gegen die schmerzenden Fingerchen beim Fotos machen. Da ja heutzutage auch kleine Mädchen mit Jolly Roger Mützen ausgestattet sind (sogar auf dem Platz in Eimsbüttel – in Wahrheit Stellingen so dünkt mir), werde ich also akzeptiert, bzw, weil ich so schüchtern bin, links liegen gelassen. Aber nicht unfreundlich, sondern selbstbestimmt. Oder so.


Ist man auf dem Platz, so schaut man auf erwachsenen Hochhausbau, der sozusagen das Ganze atmosphärisch ummantelt. Das Vereinslokal „Heimspiel“, bzw. Grill und so davor ist und sind am 3. Advent, dem heutigen 17.12.2017 (Anstoßzeit 15:30 Uhr) zu. Netterweise kann man sich aber zur Erwärmung bei ca. Null bis ein Grad selbsttätig einen Kaffee zapfen und 3,5 Prozent Vollmilch H Type einwirken lassen. Ein Fußballsparschweinchen überlässt einem die Möglichkeit für den Kaffee zu bezahlen, was sich freilich gehört. Gute Sache finde ich die freiwillige Preisgestaltung. Nach der Spende singt der Ball: Einer geht noch – einer geht noch rein. Ein Gimmick von Menschen mit Gemüt, aber grade noch im Rahmen allgemein akzeptabler Originalität, wenn Du mich fragst.







Ich postiere mich von Anfang an hinter dem Tor am Vereinsheim. Da habe ich viel Auslauf, hin und wieder kommt einer mit Kaffeedurst vorbei und ein anderer muss dringend hier sein Telefongespräch führen und mir den letzten Adventsnerv rauben. Manche Menschen haben eben nicht unbedingt den Sinn für romantische Hygiene.

Zum Spiel: Wellingsbüttel ist hoher Favorit. Letztes Jahr Finalistin und dort erst im Elfmeterschießen gegen den HSV geschlagen. Die Gastgeber beginnen stark in der Defensive und kommen aus dieser auch einige Male ganz gut vor das Tor von Welle. GW müht sich sogar Druck aufzubauen und das Spiel von Welle in die Breite zu überwinden. In der ersten Halbzeit stehe ich hinter dem Tor der Welletorfrau Jennifer Kösen. Sie dirigiert von hinten, scheint aber in der ersten Hälfte mit der Verteilung nicht zufrieden. GW hält gut dagegen, auch wenn Wellingsbüttel bereits in der 5. Spielminute per direktem Freistoß durch Lisa Cannon zum 0:1 trifft. Eimsbüttel aber und zwar die Grün Weissen verhindern durchaus die ganze erste Hälfte weitere echte Chancen.

Dass GW Eimsbüttel nach einem Rückstand von nur 0:1 sog. Körner gelassen hat, ist klar. Aber dieser Zwischenstand ist aller Ehren wert. Nicht selten erzielt Welle eine Liga höher spielend im Ligabetrieb einen zweistelligen Sieg. Und unter uns Fans der 1. Frauen des FCSP gelten diese Alstertalfrauen immer noch als Angstgegnerinnen. Nicht nur wegen dem Pokalsieg 2016 gegen uns.

Man sollte mit der Schelte von Schiris ja stets achtsam sein. Nun pfeift das Spiel ein gewisser Sven Scheller, dessen autoritäre Ansagen mir persönlich aber missfallen. „He die Sieben – mal herkommen!“ – und dann folgt die Gelbverwarnung. Auch insgesamt macht er eher eine unglückliche Figur, lässt sich bei Diskussionen bei schwierigen Entscheidungen durchaus beeinflussen und verunsichern. Zuweilen tut das dem Spiel auch nicht gut, welches auf Linienläufer und andere Assistenten verzichten muss. Natürlich immer wieder keine leichte Aufgabe für einen einzelnen Schiri, der zudem nicht den besten Tag zu haben scheint. 


0:2 durch Jana Bothmann



Entstehung und Ausführung des 0:3 durch Nadine Odzakovic

Nach dem Pausenkaffee – insbesondere meinem – kommt Welle so raus, wie ich es eigentlich die ganze Zeit erwartet habe. Ich stehe hinter dem gleichen Tor, aber nun hinter dem GW Tor sozusagen. Welle kann das Spiel breit machen und nun auch schnell für sich entscheiden durch drei Treffern zwischen der 53. und 67. Minute. Torschützinnen sind Jana Bothmann, Nadine Odzakovic und Melanie Schmedes. Danach agiert der TSC Wellingsbüttel im Angriff trotz gravierender Feldüberlegenheit glücklos um aus dem 0:4 ein Debakel für Grün-Weiss zu machen. Insofern kann Eimsbüttel mit diesem Ergebnis und guter Abwehrleistung echt zufrieden sein – auch wenn die Wellefrauen am Abend zuvor eine Feuchtfröhliche Weihnachtsfeier haben.

Leider geschieht am Ende des Spiels doch ein sehr rüdes Foul in GW Strafraumnähe gegen eine Spielerin von Welle. Dieses Foul tut sehr weh. Patricia Wiebke humpelt in Begleitung der Betreuer vom Kunstrasen. Vorläufige Diagnose: schwere Bänderdehnung bei Stürmerin Tizi. Sehr schade, denn nach diesem Foul ist die Laune hin auf diesem Platz. Für beide Mannschaften kein schöner Abschluss. Welle ist eine Runde weiter, feiert aber nicht und GW hat ohne eigene Torchancen beachtlich dagegen gehalten.


Dolle Abendkulisse am 3. Advent, wie!?


Mögen sich alle Fußballfrauen in der Winterpause gut erholen und etwaige Verletzungen gut auskurieren. Das nächste Mal berichte ich aus der Halle, oder Schwachhausen, oder von da, wo man mich nicht braucht, aber ich gerne sein will.

Forza!

17. Dezember 2017

Galerie auf FB


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen