Samstag, 18. November 2017

Limmer gewinnt in der Feldarena


1. Frauen FC St. Pauli – 1. Frauen TSV Limmer 1:2 (0:0)


Stadteilverein TSV Limmer wird zum Anfang der Saison als Ligafavorit gehandelt. Die genauen Beweggründe sind in einschlägiger Onlinefachliteratur nachzulesen. Nur soviel. Havelse, letzte Saison noch Regionalligakonkurrent hat seine Frauenabteilung geopfert und die Spielerinnen wollen alle möglichst geschlossen zum TSV – dem Verein in Linden – Limmer, dem 10. Stadtbezirk von Hannover. Die Saison verläuft auch bisher gut für Limmer und sie werden hier und da ihrer Favoritenrolle  auch gerecht. Dennoch gibt es bereits überraschende drei Niederlagen in Bremen, Bramfeld und bei den Walddörfern.



Unsere erste Frauen vom FCSP haben hingegen noch gar nicht verloren und starke Mitkonkurrenz vor allem daheim beherrscht.




Die Unlogik der Ligaergebnisse lässt mich auch am Morgen des 18.11.17 vor dem Spiel gegen den TSV Limmer grübeln. Will sagen, nach den zuletzt nicht unbedingt überzeugenden Auswärtsspielen, habe ich nicht das beste Gefühl. Bislang haben mich dann unsere Spielerinnen auf dem Platz der Feldarena davon überzeugt, dass dieses komische Gefühl grundlos ist. An diesem Samstag ist alles etwas anders. Erst einmal ist das tolle Hamburger Regenwetter vor dem Spiel so, dass alle bis auf wenige von Spielabbruch reden. Man munkelt Gewitter. Außerdem ist Nicole Zabinski Schiedsrichterin, welche für unsere letzten Spielabbrüche als Verantwortliche zu nennen ist, ohne ihr böses zu wollen. Ihre beiden Linienassistentinnen heißen übrigens Andrea. In diesem Fall eine vollkommen unnütze Information. Nun ja, jedenfalls wird das Spiel fast pünktlich angepfiffen und später auch nicht abgebrochen. Das ist das Gute. Aber es ist nicht Sonntag.




Im erheblichen Regen zu ersten Halbzeit und gefühlten Gefriergraden hat zunächst Limmer mehr vom Spiel. Kann damit aber nichts anfangen. Es gelingt dem FCSP durchaus gut zu neutralisieren. Wir werden nicht beherrscht, brauchen aber Kraft und Mühe ein torloses 0:0 zu halten. Interessant ist an dieser Stelle, dass ein 0:0 vom Wesen her immer torlos ist. Ich verbringe die erste Halbzeit neben dem Fachjournalisten KonBon, welcher sich Notizen in sein elektronisches Notizbuch macht. Das entlastet mich natürlich kolossal.  Ich merke mir zum Spiel nur noch das Nötigste. Die Knickwurst im Brötchen gibt es übrigens immer noch und sie schmeckt schon wieder.



Nach einem 0:0 zur Halbzeit, mit dem wir aus St. Pauli Sicht wirklich gut leben können, begebe ich mich, wie  in den letzten Spielen durchaus üblich, hinter das Tor der Gegnerinnen, welches hinter der Nordkurve vom Millerntor Stadion angesiedelt ist, wenn ich mich nicht irre. Und es gibt Theorien, dass da die Frauen des FCSP die meisten Tore machen.



In der zweiten Halbzeit verbringt neben mir Präsident Oke Göttlich das Spiel, welches er leidenschaftlich verfolgt. Sehr schnell nach Anpfiff zur zweiten Hälfte kassieren wir ein Abseitstor und dann doch leider ein richtiges Tor von Levke Hölzer. Zu diesem Zeitpunkt hat Limmer wirklich das Heft in der Hand und wirkt zuweilen überlegen. Der FCSP findet mit dem Kampf zurück. Aber in der 62. Minute ist es Lara-Sophie Meier, die für das 0:2 sorgt.



Langsam aber sicher zeigen sich meine morgendlichen Sorgen in Zahlen. Ninas Freistöße sind an diesem Tag leider nicht gefährlich. Jetzt wehrt sich der FCSP. Lea, Lena, Linda und co kämpfen, rennen an, aber Limmers Verteidigung hält. In der 74. Minute wird zumindest das belohnt nach einer Ecke. Am Ende nach einigem Gestochere vor dem Tor von Limmer ist es schließlich Lena Kattenbeck, welche per Kopf mit dem 1:2 für den Anschlusstreffer sorgt. Limmer reagiert mit Zeitspiel und mit einigen nicht unerheblichen Chancen zum 1:3. Es gibt eine lange Verletzungsunterbrechung, in der Tara unsere Torfrau behandelt werden muss. Zum Glück kann sie aber weiter machen.



Am Ende verlieren die Frauen aus Hannover noch ihre Torschützin zum 0:1 Levke Hölzer durch eine gelb rote Karte. Angeblich zuerst Zeitspiel und dann unwirsche Ungeduld. Dies übrigens bei einer fast kompletten regenfreien zweiten Halbzeit.



Der FCSP verliert seit über einem Jahr wieder ein Heimspiel und zwar mit 1:2 Toren. Enttäuschung ist sichtbar, aber keine Niedergeschlagenheit. Bereits nächste Woche am üblichen Sonntag kann im ersten Spiel der Rückrunde mit einem Heimerfolg gegen HU zwo die Laune wieder deutlich steigen. Und am 3.12. ist geplant gegen Meppen II das abgebrochene Gewitterspiel unter Nicole Zabinski in der Wiederholung zu Ende zu führen sozusagen und so und am 10.12 soll das Spiel gegen Burg Gretesch nachgeholt werden. Am 17.12. dann soll es im Pokal nach Appen gehen, zu einem Aufsteiger in der Hamburger Oberliga. In Fachkreisen wird wegen Terminplanung und Wetter nahe an Weihnachten angezweifelt, ob das dann alles so stattfindet.



Jedenfalls spielt die Konkurrenz am 11. Spieltag der Regionalliga Nord erst am Sonntag und somit sind weitere Fußballergebnisse nicht Gegenstand dieses Berichts.

Forza! Und weiter geht’s ...


18. November 2017